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Bundesliga-Aufstiegs-Playoff gegen Stockerau

Amann Thomas 05.10.2015

Nun war es also so weit: Bundesliga-Aufstiegs-Playoff-Heimspiel gegen den TC Stockerau. Und unsere Matchvorbereitung? Der UTC hatte als Dankeschön alle Mitarbeiter beim Walgauturnier zu einem gemütlichen Abend beim TC in Bürs geladen: Allesamt ließen wir uns also die Käsknöpfle schmecken – so schwer können auch zwei Portionen nicht im Magen liegen – und nahmen uns vor zur christlichen Zeit ins Bett zu kommen. Was soll ich sagen, es kam, wie es kommen musste und bei manch einem – Namen werden nicht genannt - blieb der Vorsatz ein frommer Wunsch.

Die fünf Herren aus Stockerau wiederum hatten am Freitag die lange Fahrt mit Privatautos auf sich genommen und bezogen am Abend die bei Maier Karli vorreservierten Zimmer, die, wie sie uns versicherten, nicht nur angenehm, sondern auch sehr billig gewesen waren – fürs Frühstück in der Nenzinger Bäckerei mussten sie jedenfalls mehr bezahlen. Wir hatten uns auf eine überhebliche, „stade, raunzige Wiener Truppe“ eingestellt, doch mit dem Eintreffen unserer Gegner sahen wir uns einer durch und durch netten, freundlichen und angenehmen Mannschaft gegenüber – dass sie diese Seite in den Matches nicht zeigten, steht freilich auf einem anderen Blatt. Aber für sie geht es um viel: Sie wollen in die Bundesliga!

Für uns ging es um den Spaß und das Erlebnis, bei einem solchen Ereignis dabei sein zu dürfen. Das Wetter spielte mit, die Sonne schaute immer wieder heraus, um dann am Nachmittag für richtig angenehme Temperaturen zu sorgen, v. a. zur Freude des zahlreich erschienenen Publikums. Den Matchauftakt bildeten pünktlich um 11:00 Uhr die Nummern 3 bis 5, übrigens ein Auftakt nach Maß: Marco führte im ersten Game 15:0, einmal im Leben in der Bundesliga in Führung liegen! Es kam noch besser, 30:0, 40:15, Spiel: 1:0 für Schlins! Leider war es das dann aber auch schon an Zählbarem, schöne Punkte gelangen Marco natürlich noch mehrere.

Auf Platz 1 nutzte Franz den Rückhalt durch das Publikum. Mehrere Male durften wir nicht nur tolle Ballwechsel und Winner unseres Mannschaftsführers beklatschen, sondern auch einige Gamegewinne (und den braungebrannten Oberkörper beim Leibchenwechsel nach dem ersten Satz). Dass das faire Schlinser Publikum auch bei den sehenswerten Punktschlägen des Gegners applaudierte (freilich hörbar verhaltener), konnte Walter überhaupt nicht verstehen: „Des heets früar net geh. Und där Ball hettamar sowieso aus geh! Ihr sin Weicheier wora.“

Ein interessantes Match entwickelte sich inzwischen auf Platz 3, wo sich Kreini einem Gegner gegenüber sah, der einen ähnlichen Stil und v.a. auch eine ähnliche Taktik praktizierte, schade nur, dass dieser diesen Stil eben doch um das Bisschen besser beherrschte.

Nach der ersten Runde stand es also 0:3 und wir warteten gespannt auf die beiden vorderen Partien – gegen Gegner mit einer ITN von 2,5 und 3,5. Waren wir vor Matchbeginn ganz auf eine „Brille“ eingestellt, so durften wir uns bald richtig freuen: Geri und Christian boten tolle Leistungen. Geris Aufschlag funktionierte, er knallte seinem Stockerauer Kontrahenten auch einige Asse und noch mehr Winner vor die Füße, auch mit der Vor- und Rückhand konnte er mit dem Tempo locker mithalten und die gegnerische Nummer 1 mehr ärgern, als wir alle erwartet hatten.

Und Christian? Ja der blühte richtig auf, schlug mit der Vorhand reihenweise Winner, brachte seinen Gegner an den Rand einer Niederlage und entschied wirklich den zweiten Satz verdient für sich. Noch einer, der die im dritten Satz neu aufgelegten Bälle anzeigen durfte!

Und dann? Dann musste ich gehen, es tat wirklich weh, nicht bis zum Schluss bei diesem Event dabei sein zu können. Natürlich hatten wir auf unserer Fahrt nach Innsbruck eine Telefon-Hotline, die uns immer auf den neuesten Stand brachte. So hörten wir aus der Ferne, dass Christian den dritten Satz abgeben musste oder dass die Stockerauer so fair waren, auch noch die Doppel auszuspielen. Wie die verlaufen sind, könnt ihr sicher aus erster Hand erfahren, ich jedenfalls werde es mir noch genau erzählen lassen. Im Anschluss an die Doppel konnten endlich auch die Spieler zum gemütlichen Teil übergehen, in gemeinsamer Runde genoss man Speis und Trank aus der Küche, die Fans und Aktive wie immer perfekt verwöhnte. Die sympathischen Sieger fühlten sich sichtlich wohl, doch um 17:00 Uhr mussten sie dann doch aufbrechen, um gegen Mitternacht zuhause sein zu können.

Im Rückblick auf die beiden vergangenen Wochenenden kann ich sagen – und ich gestehe, ich war eher skeptisch –, es war für viele von uns ein echtes Erlebnis, ein gemeinsames sportliches und gesellschaftliches Highlight, für Spieler und Fans . . . und beim nächsten Mal verteilen wir ja vielleicht wirklich schon die eine oder andere „Watsch’n“.

 

Zu den genauen Ergebnissen kommt ihr hier, oder ihr geht auf die VMM-Seite und dort zu Bundesliga ;-)